Freitag, 31. August 2018
AfD faschistisch ?
Wer heute die AfD aufgrund irgendwelcher blödsinnigen Äußerungen irgendwelcher Mitglieder mit der NSDAP vergleicht, der sollte doch einmal an das Verhalten der CDU und der SPD in den Jahren nach 1945 zurückdenken. Ein besonders krasses Beispiel: der Staatssekretär Dr. Hans Maria Globke. Globke wurde nach einem Jura-Studium 1925 in den Staatsdienst der Weimarer Republik übernommen. Bereits in der Endphase de Weimerer Republik (November 1932) entstanden unter Globkes Federführung als Ministerialbeamter rechtliche Verordnungen, deren Ziel die öffentliche Kenntlichmachung und damit die öffentliche Diffamierung von Juden darstellte. Während des sogenannten „Dritten Reiches“ gehörte Globke zu den Juristen, die als willfährige Helfer des NSDAP die sogenannten „rechtlichen Grundlagen“ zur Judenvernichtung schafften. Laut CIA-Unterlagen war Globke möglicherweise auch für die Deportation von 20.000 Juden aus Nordgriechenland in deutsche Vernichtungslager in Polen verantwortlich. Das alles war nach 1945 vergessen. 1949 holt ihn Adenauer ins Bundeskanzleramt. In der Adenauer-Ära war er als „graue Eminenz“ und engster Vertrauter des Kanzlers verantwortlich für Personalpolitik, Kabinettsarbeit, die Einrichtung und Kontrolle von BND und Verfassungsschutz sowie für Fragen der CDU-Parteiführung. Als engster Mitarbeiter Adenauers war Globbke14 Jahre einer der mächtigsten Männer der Bundesrepublik. Selbst die SPD, etwa, der bekannte SPD-Politiker Egon Bahr, übten nur eine sehr verhaltene Kritik an Dr.Globke, lobten sogar seine angeblichen Verdienste für den Neuaufbau Deutschlands.
Man stelle sich vor, die AfD arbeite eng mit einem Mann zusammen, der im der Nazi-Zeit aktiv an den rechtlichen Grundlagen für die Jundenvernichtung mit gearbeitet hat, an dessen Händen das Blut von Millionen klebte. Der Aufschrei wäre gewaltig und unüberhörbar. Aber niemand kommt auf die Idee, die CDU und die SPD wegen ihrer Haltung in der Vergangenheit als faschistisch und antisemitisch zu bezeichnen.

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